Jeden Tag versucht irgendwo jemand, sich mitzuteilen. Davon zu erzählen, was er oder sie – sei es allein oder im Kollektiv – in einer besonderen Situation erlebt und herausgefunden hat: dramatische politische Ereignisse, akribische Untersuchungen von wahrgenommenen Phänomenen, Träume, der Zauber eines ganz alltäglichen Vorgangs…
Ein Reichtum liegt darin. Entdeckungswürdiges, Veränderndes, Nahrung.
Das Gesumm von verkürzten Stereotypen ist allgegenwärtig. Meinen diese Worte, was sie sagen?
Fragt sich jeden Tag irgendwo jemand: Existiert meine Sprache noch? Findet mein Erzählen seinen Resonanzraum?
Astrid Schmeling, Flöte/Performer
Nele B. Nelle, Klarinette/Performer
Uschik Choi, Violoncello/Performer
Hartmut Leistritz, Klavier/Performer
Stefan Troschka, Klangregie
Mauricio Kagel: »CON VOCE« (1972) für drei stumme Spieler
Dieses Stück wurde nach der sowjetischen Invasion in Prag geschrieben und ist meinen tschechoslowakischen Freunden gewidmet. Wie das unterjochte Volk sind hier die drei Spieler ihrer instrumentalen Stimme beraubt, also im eigentlichen Sinne stumm. Daher ein Motto aus Franz Kafkas »In der Strafkolonie«: „Bis jetzt war noch Händearbeit nötig, von jetzt aber arbeitet der Apparat ganz allein.“ (Mauricio Kagel)
Macarena Rosmanich le Roy: »Kafka’s Ghosts« für präpariertes Klavier (2020)
»Kafka ́s Ghosts« „...Briefe schreiben aber heißt, sich vor den Gespenstern entblößen, worauf sie gierig warten. Geschriebene Küsse kommen nicht an ihren Ort, sondern werden von den Gespenstern auf dem Wege ausgetrunken. Durch diese reichliche Nahrung vermehren sie sich ja so unerhört. Die Menschheit fühlt das und kämpft dagegen... Die Geister werden nicht verhungern, aber wir werden zugrundegehen.“ (Franz Kafka, »Briefe an Milena«, Prag, März 1922)
Marijana Janevska »I, wh(I), wh(I) not« für Flöte u. Klarinette (2020)
»I, wh(I), wh(I) not« ist ein Performance-Stück, in dem die Diskussion über meine Werke zur Performance selbst wird. Die Sprache dieses Stücks ist stark von Becketts unverwechselbarem Stil und Ausdruck geprägt. Das Zusammenspiel zwischen dem Klang von Wörtern und ihrer Bedeutung fasziniert mich schon lange. In diesem Werk werden Text und Sprache als musikalisches Material behandelt, wobei nicht nur die Bedeutung der Wörter, sondern auch ihre auditiven Qualitäten betont werden – die rohen Gesten gesprochener Wörter, die ihrer Bedeutung beraubt sind. Dies wird durch Wiederholung und die Unterbrechung traditioneller Sprachstrukturen sowie die Entstehung musikalischer „Inseln“ erreicht, die periodisch auftauchen und wieder verschwinden. (Marijana Janevska)
Das Stück handelt von einem Dialog zwischen zwei gegensätzlichen Kräften ... oder Figuren ... oder Identitäten, die gegeneinander arbeiten. Aber nicht wirklich ... Ich meine ... eigentlich ... genau genommen ... diese beiden (Ich-)Identitäten ... die erste und die zweite ... diese beiden (Ich-)Identitäten ... beide ... enthalten bereits die jeweils andere (Ich-)Identität ... ich meine ... die zweite (Ich-)Identität ... aber ... welche ist die erste und welche die zweite? Und welche ist die erste und nicht die zweite? Nun ja ... ich meine … wissen Sie ... ich bin nicht so ein Mensch. Nein, ich würde niemals ... okay … weiter ... also ... gegensätzliche Identitäten ... nein, gegensätzliche Figuren ... nein, gegensätzliche ... gegensätzliche Kräfte ... ja. Sagen wir, gegensätzliche Kräfte ... oder Charaktere ... oder Identitäten ... egal … also ... wichtig ist, dass sie gegeneinander arbeiten ... aber du sagtest auch, dass beide einander in sich bergen ... beide ... bergen einander in sich ... das hast du gesagt ... beide bergen ... beide ... das eine berge das andere und das andere das eine ... aber ... welches ist das eine und welches das andere? Und wer ist das eine und nicht das andere? Was? Wer? Nein ... so bin ich wirklich nicht. Ich würde niemals ... niemals ... okay ... also ... (I)-den-ti-ties ... nein ... Kräfte ... die gegeneinander arbeiten ... aber beide auch ... ich meine beide ... beide auch ... das erste und das zweite ... bergen einander auch in sich ... bedeutet das also, dass sie auch gegen sich selbst arbeiten? Nun ja … tatsächlich ... tun sie das, nicht wahr? Ja, das tun sie... ja, das tun sie… vielleicht... ja, das tun sie ganz bestimmt... ja, das tun sie ganz bestimmt... ja, das tun sie... ganz bestimmt... das tun sie ... tun sie, … (Marijana Janevska)
Kilian Schwoon: »Newton’s Krypta« für Flöte, Violoncello u. Klavier(2000)
»Newtons Krypta« ist eine Studie über tiefe Töne: über ihren inneren (spektralen) Reichtum, aber auch über ihre Position am unteren Ende des Tonhöhenraums, wo die Wahrnehmung von Tonhöhe allmählich in Rhythmuswahrnehmung übergeht. (Kilian Schwoon)
Judit Varga »Fenster – wundersame Welten im Lockdown« für Klarinette, Violoncello und Klavier (2020)
Im März 2020 begann der erste durch Covid-19-bedingte Lockdown in Österreich. In diesem Moment hörte unser bisheriges Leben schlagartig auf und etwas für uns vollkommen Neues kehrte ein. Ich unterbrach von einem Tag auf den anderen all meine kompositorische Arbeit und hatte das Gefühl, diese wäre nicht mehr relevant, da diese Kompositionen die Realität nicht widerspiegelten. Monatelang konnte ich nicht komponieren. Es beschäftigte mich immer wieder dieselbe Vorstellung: Wie leben Menschen im Lockdown? Was passiert in den Wohnungen, in diesen isolierten Mikrowelten, welche vor uns verschlossen bleiben? Ich komponierte das Stück »Fenster« im Dezember 2020, während des zweiten Lockdowns in Österreich. Es ist wie ein lebensgroßer Adventskalender: Wir öffnen nacheinander zwölf Fenster und schauen in die jeweilige Welt dahinter. Jeder Satz des Stückes dauert 90 Sekunden – genau so lange, wie jedes Fenster geöffnet bleibt. Wir können die Fenster in beliebiger Reihenfolge öffnen. Die Auswahl und Reihenfolge der Sätze sind den MusikerInnen überlassen. Somit kann das Stück in unzähligen Variationen gespielt werden. Die Gesamtdauer variiert zwischen 90 Sekunden und 18 Minuten. Die größte Herausforderung in diesem Stück finden die MusikerInnen wohl in der Darstellung von zwölf Welten mit extrem unterschiedlichen Charakteren und die Gestaltung eines großen musikalisch-dramaturgischen Bogens über das gesamte Stück. (Judit Varga)
Matthias Kaul: »Some Hot Bottles Cooli’n Down« für 1 - 200 Spieler (2015)
Jeder Spieler braucht einen kleinen Eimer mit sehr heißem Spülwasser (d. h. Wasser mit einem Spritzer Spülmittel). Im Wasser sind jeweils 2 Flaschen. Je heißer die Flaschen sind, desto besser musizieren sie. Des Weiteren braucht jeder Spieler auf der Bühne eine Ablage oder einen kleinen Tisch. Auf jedem Tisch liegt, gelagert auf weichem Schaumstoff oder auf einem mehrfach gefalteten Tuch, eine dickere (0,5+mm) Metall- oder Glasplatte mit wirklich edelstahlgleicher glatter Oberfläche ca. 60 x 40 cm groß. Die Platte wird mit einem sehr guten, empfindlichen Kontaktmikrofon abgenommen und sehr, sehr stark verstärkt. Die Spieler betreten die Bühne mit den Eimern und darin den Flaschen, setzen sich hinter die Tische und stellen sehr vorsichtig die Flaschen mit der Öffnung (also falsch herum) auf die Platten und zwar in unmittelbarer Nähe zum Kontaktmikrofon. Es kommt nun durch die erhitzten Flaschen zu einem Druckausgleich und durch die aus den Flaschen entweichende Luft entstehen diffuse Rhythmen, verschiedenste Rauschklänge, Mehrklänge usw. Je nach Raumtemperatur und Flaschenzustand ist der Prozess nach 20 bis 35 Minuten beendet. Vorsichtshalber sollte ein Spieler das Mischpult bei sich haben, um nach angemessener Zeit möglicherweise das Stück zu beenden. (Matthias Kaul)

L´ART POUR L´ART gehört zu den eigenwilligsten Formationen und ist eines der bedeutenden Ensembles für zeitgenössische Musik. 1983 von den Musikern Matthias Kaul, Astrid Schmeling und Michael Schröder gegründet, umfasst L´ART POUR L´ART einen festen Kreis von Musikern, die je nach erforderlicher Besetzung in unterschiedlichen Konstellationen oder solistisch arbeiten. In weltweiter Konzerttätigkeit, in der Zusammenarbeit mit Komponisten auf internationaler Ebene, in unzähligen Ur- und Erstaufführungen, in hochgelobten CD-Einspielungen und Rundfunkproduktionen umfasst die Arbeit vielseitige Ansätze. L’ART POUR L’ART wurde u.a. mit Preisen der PwC-Stiftung, des Preis der deutschen Schallplattenkritik 2012 (Bestenliste und Jahrespreis) und dem Echo Klassik 2012 ausgezeichnet. 1998 gründete sich der Verein der Freunde und Förderer des Ensembles L’ART POUR L’ART Niedersachsen e.V., um die Arbeit des Ensembles zu unterstützen: Förderung des Musikschaffens durch Vergabe von Kompositionsaufträgen, Veranstaltung des kulturellen Konzeptes »ZuHören in Winsen«, interdisziplinäre Kultur-Aktivitäten, pädagogisch-künstlerische Projekte mit Kindern und Jugendlichen. Nach dem Tod von Matthias Kaul 2020 obliegt die Künst- lerische Leitung des Ensembles der Flötistin Astrid Schmeling und dem Pianisten Hartmut Leistritz.

Kilian Schwoon wurde 1972 in Hannover geboren. Er studierte Komposition bei Nicolaus A. Huber und elektronische Komposition bei Dirk Reith an der Folkwang Hochschule in Essen und setzte anschließend seine Studien am Centro Tempo Reale in Florenz bei Luciano Berio fort. Seine Kompositionen wurden auf verschiedenen Festivals aufgeführt (ISCM Weltmusiktage, Witten, Nuova Consonanza etc.), interpretiert von Musikern wie Ensemble Modern, Ictus, L’ART POUR L’ART, E-MEX und Schlagquartett Köln. Seit 2007 ist er als Professor für elektroakustische Komposition an der Hochschule für Künste Bremen tätig. Sein Interesse an der Verbindung vokaler, instrumentaler und elektronischer Mittel führte ihn auch zu einer intensiven Tätigkeit als Interpret und Forscher auf dem Gebiet der Live-Elektronik, wobei Realisationen der Werke Berios an weltweit bedeutenden Konzerthäusern einen Schwerpunkt bildeten. Außerdem entwickelt er Klanginstallationen und war an zahlreichen audiovisuellen Projekten beteiligt, vor allem in Zusammenarbeit mit der Choreographin und Regisseurin Claudia Lichtblau.

Matthias Kaul begann seine musikalische Laufbahn zunächst als Rock- und Jazzschlagzeuger. Sein Schlagzeugstudium und Solistenexamen absolvierte er an der Hamburger Musikhochschule. Es folgten zahlreiche Zusammenarbeiten mit namhaften Komponisten und Interpreten, u.a. Malcolm Goldstein und Mauricio Kagel. Verschiedene Konzert-Tourneen führten Kaul nach Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Japan, Korea, Taiwan, Indien und Kanada. Zudem befasste er sich in Afrika intensiv mit dem Studium traditioneller Musik verschiedener Volksstämme. Als Komponist war Matthias Kaul Autodidakt. Die Uraufführungen von über 300 Werken anderer Komponisten, die zum Großteil in enger Zusammenarbeit mit Kaul entstanden sind, stellten für ihn den denkbar besten Kompositionsunterricht dar. Aufnahmen seiner Einspielungen und Kompositionen sind bei mehreren namhaften Labels zu finden. 2012 wurde seine Arbeit mit dem ECHO Klassik und dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Darüber hinaus war er Gründungsmitglied des Ensembles L’ART POUR L’ART. Matthias Kaul starb am 1. Juli.2020 in Winsen.
Mauricio Kagel wurde 1931 in Buenos Aires in eine jüdischen Familie deutsch-russischer Abstammung geboren. Er studierte autodidaktisch Gesang, Dirigieren, Klavier, Violoncello und Orgel. Seine Lehrer waren u. a. Ginastera und Paz. Sein Vater gab ihm die ersten Klavierstunden, doch sein erster Lehrer war Vincenzo Scaramuzza, Pianist aus Crotone. An der Universität von Buenos Aires studierte er zusätzlich Philosophie und Literatur mit Jorge Luis Borges als Professor. Mit 16 Jahren wurde er künstlerischer Berater der Agrupacion Nueva Musica in Buenos Aires. Die ersten Kompositionen entstanden im Jahr 1950. Ein paar Jahre später gründete er das Orchester des Teatro Colon in Buenos Aires. 1957 kommt er Dank eines Stipendiums nach Köln. Dort arbeitete er im Studio für elektronische Musik und studierte Phonetik und Kommunikationswissenschaften bei Meyer-Eppler in Bonn. Daraufhin beschäftigte er sich als Dirigent, gründete 1960 das Kölner Ensemble für Neue Musik, war mehrere Jahre Dozent an den Internationalen Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Ab 1964 machte er sich hauptsächlich am Theater tätig. Er schrieb Filme und arbeitete als Regisseur an einigen seiner Stücke, die dann vom Fernsehen produziert wurden. U. a. war er Leiter der Skandinavischen Kurse für Neue Musik in Göteborg, der Rheinischen Musikhochschule in Köln und der Kölner Kurse für Neue Musik sowie Professor für Neues Musiktheater an der Kölner Musikhochschule.
Fantasie, Humor, Originalität und beeindruckende Vielseitigkeit zeichnen seine Werke aus. Mauricio Kagel war einer der Hauptbegründer des Neuen Musiktheaters und nicht nur Komponist, sondern auch Regisseur und Produzent seiner Filme und Hörspiele. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und war oft bei Festivals Neuer Musik vertreten. Das sagte er 2008, einige Wochen vor seinem Tod, in einem Interview: »... Jeder Komponist glaubt, dass sein letztes Werk das Schönste und das Wichtigste ist, aber in meinem Leben war die Hauptsache die Kontinuität. Die Etappen sind, sagen wir, organisch; im Gegensatz zu Anderen habe ich nie plötzliche »Shocks« gehabt, die mich zu einem neuen Kurswechsel gezwungen haben. Wenn man von Picasso spricht, zum Beispiel, spricht man von der blauen, roten, kubistischen Periode. So eine Sache gibt es für mich nicht, weil mein ganzer Verlauf kontinuierlich, und ich wiederhole, organisch ist. Sicher gibt es wichtige und weniger wichtige Stücke, aber ich bin nicht derjenige, der ihre Qualität beurteilt. Was ich sagen kann ist, dass ich in meinem ganzen Leben, wenn ich eine Partitur vollendete, ihr alle meine Anstrengung, meine ganze Seele und meine ganze Liebe zur Musik eingeflößt habe. Letztendes konnte ich immer sagen: 'so wollte ich es und so musste es gemacht werden'. Die Zukunft wird es zeigen.....«
Die in Ungarn geborene Judit Varga ist eine in Wien ansässige Komponistin für klassische Musik, Filmkomponistin, Pianistin und Universitätsprofessorin. Sie arbeitet mit renommierten Orchestern und Ensembles aus aller Welt zusammen, darunter das Ensemble Modern, das BBC Symphony Orchestra, das Radio-Symphonieorchester Wien, das Ensemble Kontrapunkte und das Riot Ensemble London. Sie hat die Musik für über 30 Theateraufführungen und Filme komponiert. In den Jahren 2013, 2014 und 2020 wurde sie von der Österreichischen Filmakademie in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert. Ihre Filme werden auf den bedeutendsten internationalen A-Festivals gezeigt. 2016 beauftragte die Ungarische Staatsoper ihre Oper »Love in Budapest« und brachte diese mit großem Erfolg zur Uraufführung. Für ihre herausragenden Beiträge zur zeitgenössischen ungarischen Musik und zum kulturellen Leben Ungarns wurde ihr 2017 der Béla Bartók – Ditta Pásztory-Preis verliehen. 2022 erhielt Varga den Outstanding Artist Award für ihre Leistungen in der Sparte Musik vom österreichischen Bundesministerium für Kunst und Kultur. Seit 2019 ist sie Universitätsprofessorin für Komposition und Medienkomposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw).

Marijana Janevska, geboren 1990 in Skopje, Mazedonien, ist Komponistin, Violinistin und Sängerin. Sie schloss ihr Violinstudium in der Klasse von Mihailo Kufojanakis und ihr Kompositionsstudium in der Klasse von Darija Andovska an der Musikfakultät in Skopje ab. Seit 2018 lebt sie in Hannover, wo sie 2020 ihr Masterstudium in Komposition bei Ming Tsao, Joachim Heintz und Gordon Williamson an der Hochschule für Musik Theater und Medien Hannover abschloss. 2024 schloss sie ihr Solostudium an der HMTMH bei Aaron Cassidy, Joachim Heintz und Gordon Williamson ab. In ihren Werken erforscht sie die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von Text und Stimme zur Produktion des musikalischen Materials und die Einbeziehung körperlicher Bewegung in die musikalische Geste. Ihre Stücke wurden auf zahlreichen Konzerten und Festivals aufgeführt, darunter: Musik 21 Festival, ZKM Next Generation, Klangbrücken Festival, TRAIECT Festival, Schallfront Reverie(s) Festival, Hell Wach Festival, Musik BIENNALE, Tage für neue Musik in Zürich, TIEM Festival in Teheran, SO-NEMUS Festival, KotorART, Internationale CSOUND-Konferenz. Sie hat mit zahlreichen Ensembles zusammengearbeitet: Quartet Mivos, PRE-ART, Ensemble Ascolta, Ensemble Adapter, Ensemble Mosaik, Comet Trio, Concerto Ispirato und so weiter. Sie hat namhafte Preise und Stipendien gewonnen, darunter: Oldenburger Kompositionspreis für Neue Musik 2024, Erster Preis beim 9. Pre-Art Wettbewerb für junge Komponisten in Zürich, Klaus Huber Kompositionspreis für elektronische Musik in Hannover, Stipendien für Komponisten des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, Nothilfe/ Neustart-Stipendium der Ernst von Siemens Musikstiftung, DMR-Stipendien des Deutschen Musikrats. Marijana ist auch eine Interpretin zeitgenössischer Musik und experimentiert insbesondere mit Stimme, Violine und Elektronik.

Macarena Rosmanich le Roy wurde in Santiago, Chile, geboren. Sie begann sie früh ihre Musikausbildung und widmete sich dann ganz der Komposition. Sie schloss ihr Studium an der Universität von Chile mit Auszeichnung ab, wo sie bei den Komponisten Aliosha Solovera und Jorge Pepi Alos studierte. 2014 setzte sie ihr Studium bei dem Komponisten José María Sánchez Verdú an der Robert Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf fort und schloss ihr Masterstudium an der Universität Freiburg bei dem Komponisten Johannes Schöllhorn ab. In ihrer Arbeit können Situationen widersprüchlich, unerwartet, mehrdeutig
sein. Es ist keine Schrift, die den Gesetzen der Logik oder Vernunft gehorcht. Alles, was zu Beginn projiziert wird, sind allgemeine Linien, die in dem Moment, in dem sie in das Schreiben eintritt, permanent verändert werden. Ihre Werke wurden in Lateinamerika, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Luxemburg aufgeführt. Ihr Werk »...wie ein kolossales Gewehr...« für 13 Instrumente wurde vom Ensemble MusikFabrik beim Festival Lange Nacht der Neuen Musik in Düsseldorf aufgeführt. »my voice tarnishes the century« für Quartett wurde in Weimar vom Recherche Ensemble uraufgeführt, ihr Streichtrio mit Klavier »y cae la tarde roaring...« wurde vom Lucilan Ensemble in Luxemburg und »Cenizas« vom Multilaterále Ensemble in Frankreich aufgeführt. Sie hat mehrere Kurse und meisterkurse bei vielen verschiedenen Komponisten besucht, darunter Isabel Mundry, Tristan Murail, Chaya Czernowin, Beat Furrer und andere.