L'INVITATION - Die Einladung (GP)

Alle Kulturen haben ihre eigenen Feste und feierlichen Rituale. Gastgeber:in zu sein, ist auf der ganzen Welt ein hohes Gut. Das Collectif barbare lädt gemeinsam mit ihrem Ensemble aus Menschen verschiedener Herkunft die Zuschauer:innen zu einem ganz eigenen Fest ein, das alle an einem Tisch versammelt und das Theater zu einem Ort der Begegnung mit dem Fremden macht.

Zu einer angenehmen Hintergrundmusik betritt das Publikum den Saal. Es entdeckt einen einladenden Raum mit Tischen und Bänken, eine Ausstattung, die vielleicht an eine Firmenfeier oder eine Gala zum Jahresende erinnert…

Das Stück, das mitten im Publikum aufgeführt wird, beginnt mit einem Orchester und Liedern, Überraschungen für die Kinder und Durchsagen an den Mikrofonen. Aus diesem Anfang heraus entwickelt sich eine mehrschichtige akustische und visuelle Reise. Der Raum verwandelt sich in eine Betriebskantine oder in die Lounge eines Luftschiffes, und plötzlich sind wir Teil einer Hochzeitsfeier unter freiem Himmel im Süden Afghanistans. Wie in einem Kaleidoskop öffnen sich im Lauf dieser magischen Tour unterschiedliche Lebenswelten, die die Realität der Mitwirkenden theatralisch überhöhen und so sichtbar machen.

Eine Einladung bedeutet in den meisten Fällen, dass die eingeladene Person willkommen ist und dass ihre Anwesenheit erwünscht ist. Ein Aspekt, der eine ganz andere Bedeutung bekommt, wenn man feststellt, dass ein guter Teil der Teilnehmer:innen von »L’INVITATION« die jetzt da mitten im Publikum auf den Festbänken sitzen, in der Schweiz vielerorts nicht gerade willkommen ist.

Programm, Besetzung und Werkeinführungen

Programm

Musik von Armelle Scholl und Astride Schlaefli (verschiedene Stücke ohne Titel)

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Vladimir Cosma: »la vie en rose« »la Paloma«

Mahsa Vahdet: »farewell«

Himzo Polovina: »Emina«

Lili Boniche: »Alger, Alger«

Vyacheslav Mescherin: »Siberian Melody«

Mitwirkende

Astride Schlaefli - Konzept, Regie, Ton, Video

Armelle Scholl - Komposition, Klavier, div. Instrumente

David Merz - Elektronik, div. Instrumente

Alina Rolli - div. Instrumente

Hans Kaul - div. Instrumente

Paula Kottwitz - technische Leitung

Mit: Franziska Aeschlimann, Natascha Wellmann, Armelle Scholl, David Merz, Hans Kaus, Alina Rolli, und Teilnehmer:innen aus Göttingen

Biographien

Alina Rolli

© privat

Alina Rolli ist eine Schweizer Songwriterin und Musikerin aus Baden (CH). Ihre Fähigkeit zum Storytelling ist ein zentrales Element ihrer Musik, die eine fesselnde Mischung aus Pop, Rock und Indie darstellt. 2022 erschien ihre Debüt-EP »User Not Found«. Nach mehreren Single-Releases erscheint am 12. Dezember 2025 ihr Debüt-Album »Zuckerallergie«, auf dem sich alles von Punk-Pop bis zu Piano-Balladen finden lässt. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle – getragen von vielfältigen Musikstilen.

Armelle Scholl

© privat

Geboren in Basel, lebt Armelle in Biel und arbeitet als Musikerin und Komponistin. Nach ihrem klassischen Klavier-Studium an der Hochschule der Künste Bern erweiterte sie ihr Tätigkeitsfeld um experimentelles elektronisches Schaffen (Bachelor of Music and Media Arts in Bern) und dann um improvisierte Musik (Master of Improvisation in Basel). Sie studierte u.a. bei Rada Petkova, Daniel Weissberg, Alfred Zimmerlin und Fred Frith. Als kreative und vielseitige Multiinstrumentalistin ist sie in den verschiedensten Bereichen tätig, von klassischem und Jazz-Klavier, über live-elektronische Aufführungen und Installationen, über Kompositionen für Tanz- und Theateraufführungen bis hin zur improvisierten Musikszene.

Astride Schlaefli

© privat

Astride Schlaefli arbeitet als freischaffende Komponistin, Regisseurin und Musikerin und in den Bereichen Musiktheater und Performance. Sie absolvierte einen Sekundarlehramt für Kunst und Musik an der Universität Bern und ein Klavier- und Musiktheater- Studium an der Hochschule der Künste, Bern. Sie ist Gründerin des Collectif barbare (2006) und inszeniert unter diesem Label Musiktheater, Performances und Installationen. Diese finden in Innen-, sowie im Aussenraum statt. Ihre Projekte werden in der Schweiz z.B. am Theater Winkelwiese Zürich, am Gare du Nord Basel, am Théâtre des Osses Fribourg gespielt, und in Ausland in Berlin, (BAM! Berliner Festival für aktuelles Musiktheater), New York (Performance Space Panoply) und Budapest (Transparent Sound New Music Festival). Ihre Arbeit ist von Musik, Klang und Poesie geprägt und schafft Raum für Humor und verschrobene Bilder oder Situationen. Ihre Vorliebe für experimentelle und radikale Konzepte zeigt sich beispielsweise in folgenden Produktionen: »Crescendo« (Komposition für 47 Klaviere, 2005), »Pianiste« (Solo für Pianistin ohne Klavier, 2012), »konzerten« (mit 55 Rekruten der Armeespiels Aarau, 2018) oder auch »Winterreise« (in der unbeheizten Alte Reithalle in Aarau, Februar 2019). Astride Schlaefli arbeitet gerne ortspezifisch, wie in »Nachtreise« (im Garten und Keller des Theaters Winkelwiese in Zürich, 2016), »Sitcom« (6-teilige Performance im Format einer Reality-TV Serie im öffentlichen Raum, 2012) oder »Happy forever« (Installation im Keller des »Palazzo Wyler«), zusammengestellt aus authentischen, liegengelassenen Gegenständen ehemaliger Bewohner des Mehrfamilienhauses. Ihre Produktionen sind auch stark installativ und verzichten zum Teil auf live Darsteller:innen, wie mit »REVOX – A Tale of Phantoms« oder »Der Krieg mit den Molchen« (Koproduktion mit Krähenbühl& Co). Die Narration wird dann vom Ton, Objekten und Licht getragen.

David Merz

© privat

David Merz lebt mit seiner Familie in Küttigen. Er ist seit seiner Jugend von Musikelektronik fasziniert. Er experimentiert leidenschaftlich gerne mit Samplern, Synthesizern, Computern und Effektgeräten und bastelt mit Begeisterung an Instrumenten und Maschinen. Im Jahr 2017 fand er seine berufliche Erfüllung als Betreuer von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Unter der Anleitung von David Merz haben die Teilnehmenden der Produktion »L’Invitation« auseinfachen Mitteln ein simples, funktionstüchtiges Loop-Gerät (Instrument) aus Kunststoffflaschen gebaut.

Hans Kaul

© privat

Nach Stationen am Theater im OP sowie dem JT Göttingen und einigen Jahren als Gastmusiker ist Hans Kaul 17 Jahre fest am Deutschen Theater Göttingen angestellt. Seit 2011 arbeitet er als freier Musiker, Arrangeur und Komponist. Seine neuen Aufgaben führten ihn an viele Theaterhäuser im deutschsprachigen Raum und zu mehreren Tourneen mit der Produktion »Motown – Die Legende«. Er arbeitet für das Théâtr’action in Bordeaux, das Literaturmagazin KARAVAN in Stockholm und ist Mitglied der Göttinger Theatergruppe boat people projekt. Seit 2014 gastiert Hans Kaul wieder regelmäßig als Musiker am Deutschen Theater Göttingen.